Aus dem Leben eines Quolls

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Peter Scott: Tob mit Quoll

Früh aufstehen war niemals eine Option für mich.
Ich lebe zwar schon so lange ich denken kann hier unten und habe mich an den neuen Nacht-Tag Rhythmus gewöhnt, aber lange schlafen ist wunderbar.
Ich weiß nicht, warum er jeden Morgen diese Diskussionen mit mir führt.
Er, das ist mein großer Freund Tob.
Er ist sehr schlau. Ich kann die kleinen süßen Kuchenstückchen mit den Schokoladensplittern riechen. Er weiß, ich mag sie. Also gut ich werde ihm den Gefallen tun.
Nach dem Essen darf ich Tob in die Stadt begleiten.
Sehr oft nimmt er mich nicht mehr mit. In der letzten Zeit hat er viel zu tun.
Aber heute darf ich endlich mitgehen.
Also die langen Barthaare putzen, die hübschen kleinen Punkte in meinem Fell zählen, ja alle sind noch an ihrem Platz und die Krallen geschärft.
Ich sitze wie immer auf seiner Schulter. Man hat von hier oben die beste Aussicht.
Wir treffen Chris, Tob´s besten Freund. Er krault mir immer die Ohren.
Dann treffen wir Sam Scott.
Ich mag ihn und springe auf seinen Schoß.
Er lächelt mich an und weil ich süß bin, bekomme ich von ihm einen Apfel.
Sie reden wieder so furchtbar lange. Es ist langweilig und ich versuche etwas die Gegend auszukundschaften.
Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, aber Tob sagt, genau aus diesem Grund bin ich wahrscheinlich hier unten bei ihm gelandet. Ich bin einfach zu neugierig und außerdem wollte ich nicht in den Zoo. Das weiß ich noch. Ich rieche noch das warme Fell meiner Mutter und höre das Schnurren meiner Schwester neben mir.
Ich weiß, wir saßen in einer engen Kiste. Das Stroh piekt in meinen Bauch.
Ich sollte schlafen, aber das war mir zu langweilig und als der Tierpfleger nachsehen wollte, ob mit uns alles in Ordnung ist, flog ich an ihm vorbei und lief davon. Da konnten sie rufen und brüllen, ich war schneller.
Irgendwie hatte ich nicht aufgepasst und bin in eine Grube gefallen.
Dort waren viele lange dunkle Gänge. Ein kleines Tier wie ich passt überall durch und so kam ich hier unten an. Zum Glück hatte mich Tob entdeckt. Ich glaube, ohne ihn hätte ich nicht überlebt. Darum liebe ich meinen Tob.
In diesem Zimmer gibt es nicht viel für einen Quoll: Bücher, Bücher, überall nur Bücher und Regale voll gestopft mit Papierrollen. Wie langweilig. Ein kleines Schläfchen wäre jetzt gut. Also rolle ich mich in eine der Papierrollen ein. Ich verstehe nicht, warum das nicht geklappt hat. Ich falle mitsamt der Rolle und einer Riesenmenge Bücher und Hefte aus einem der Regale und habe die volle Aufmerksamkeit der Anwesenden.
Tob schüttelt mal wieder den Kopf. Aber er lächelt dabei. Ich bin eine sehr glücklicher Quoll.