Dem Geheimnis auf der Spur: Benedikt trifft Tick

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Peter Scott Tick

Benedikt hier. Vielleicht könnt ihr euch noch daran erinnern, dass ich letztens davon berichtet habe einer heißen Story auf der Spur zu sein. Ich kann euch nun endlich mehr davon erzählen.

– Tick –

Ich habe einen seltsamen Brief bekommen.
Er wurde in der Redaktion abgegeben und Dolores, unsere Postfee, gibt mir dazu eine eigenartige Erklärung.
Der Mann mit dem Brief stand minutenlang vor ihr und sah sich dabei ständig suchend um.
Er schien vor irgendetwas Angst zu haben.
Er war jung, vielleicht Mitte 20, klein und hatte ziemlich strähnige ungepflegte Haare.
Seine Kleidung erschien Dolores auch komisch altmodisch, eine Flickenhose, ein kariertes Hemd und ein unglaublich langer bunter Schal.
Als er nach einigen Anfragen von Dolores endlich sprach, stotterte er furchtbar.
„Ddddieser Brief, geben se ddem, der die Iiiinterviiews iiim Witfield mmmacht…Niemanden anders!“ Das sagte er mit gehörigem Nachdruck. So als hätte er Angst, der Brief würde ich die falschen Hände geraten.
Ich sehe mir den Brief genauer an.
Der Umschlag besteht aus dickem Papier und hat keine Aufschrift.
Ich entnehme das Blatt heraus und lese.
Die Schrift ist krackelig und enthält ziemlich viele Fehler.
„Ich habe Informadionen für dich, wenn du mehr wissen willst über den Sam Scott und die Verbindunken zum Witfield College komm am Montak um 20 Uhr in den Pub in der Lislestreet und bring Geld mit oder ein Schmuckdingelchen.“
Unterschrieben ist es mit Tick, was für ein Name ist das denn.
Heute ist Freitag. Sollte ich hingehen? Oder ist das nur irgend so ein Spinner?
Am Montag stehe ich vor dem Pub. Natürlich hat meine Neugier gesiegt.
Ich betrete das Halbdunkel der Bar und setze mich an einen der Tische im Hintergrund.
Der Wirt kommt und fragt mich mürrisch nach meinen Wünschen.
Als ich einen Tee bestelle, schaut er mich böse brummend an und geht nach hinten.
Von der anderen Seite aus einer Nische erhebt sich ein kleiner Mann und kommt langsam auf mich zu. Das muss Tick sein. Er hat genau die Kleidung an, die mir Dolores beschrieben hatte.
Er setzt sich zu mir und sieht sich schnell ängstlich um.
Er legt vorsichtig eine Papierrolle auf den Tisch. Sie sieht alt und vergilbt aus.
„Hhhast du was für mmich?“, fragt er kurz.
Ich krame in meinen Taschen und ziehe einen Geldschein hervor.
Dabei blitzt an meinem Handgelenk kurz meine alte silberne Uhr hervor.
Tick´s Augen glänzen bei ihrem Anblick ebenfalls.
„Zuerst muss ich einmal wissen, was sie mir anbieten Mr. Tick“, sage ich gelassen.
Er sieht sich schon wieder um.
Dann schiebt er mir die Rolle zu.
Ich nehme sie und rolle sie auf.
Was ist das? Auf den ersten Blick sieht es wie ein Stadtplan von London aus.
Aber die Straßen sind an anderen Stellen und überall sind kleine Symbole gemalt, rote Dreiecke und Plätze, an denen nach meiner Meinung gar keine Plätze sind.
Waverley kann ich darunter lesen.
„Was ist bitteschön Waverley, Mr. Tick?“, frage ich ungehalten. In diesem Moment stellt der Wirt den Tee vor meine Nase. Er nimmt den Schein, den Tick noch nicht genommen hat und will ihn einstecken. Ich protestiere und in diesem Moment geht alles sehr schnell.
In der Tür erscheinen zwei Männer. Sie haben genauso komische Sachen an wie Tick.
Der Wirt kramt nach Wechselgeld, Tick springt auf, greift nach meinem Handgelenk, reißt die Uhr ab und rennt mit der Papierrolle aus dem Pub.
Ich laufe ihm nach und hinterlasse einen zufriedenen Wirt mit einem großen Geldbetrag für einen schlechten kleinen Tee.
Egal!
Draußen sehe ich Tick um die nächste Ecke verschwinden. Hinter ihm laufen die beiden Männer.
Der Londoner Nebel ist mal wieder ziemlich dick.
Als ich endlich die Straßenecke erreiche und zum alten Shakespearedenkmal am Leicester Square Park herüber laufe, sind sie verschwunden.
Wie ist das möglich? Sie waren eben noch da?
Was hatte ich von diesem Einsatz? Nichts, mein Geld ist weg und meine Uhr auch, ich habe rein gar nichts erfahren und von dem Tee tut mir der Magen weh.

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Ich habe nun so einige offene Fragen, denen ich auf den Grund gehen werde. Mir geht nicht so recht aus dem Sinn was Mr. Tick da von sich gegeben hat. Was könnte Waverley nur sein?

Ich bleibe dran.

– Euer Benedikt –