Reportage: Ein Besuch im Witfield College

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Aufregung im Witfield College

Mein Besuch im Witfield College

Am besten ich stelle mich kurz vor. Mein Name ist Benedikt und ich bin bei der Scott News Post tätig. Unsere Redaktion ist noch im Aufbau und wir suchen ständig nach neuen Reportern. Dann ist da noch unsere Postfee Dolores, die uns regelmäßig mit Einsendungen versorgt. Ihr Kaffee ist auch spitze. Manchmal macht sie kleine Formen in den Kaffee. Je nachdem wie ihre Laune ist. Der Kaffee schmeckt dementsprechend auch immer anders. Ich bin mal gespannt wie er heute wird.

Jedenfalls war ich diese Woche im Witfield College und habe mich mal umgeschaut. Das möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten. Falls ihr es noch nicht wisst, auf das Witfield College geht der Junge Peter Scott. Für einen 10 jährigen Jungen hat Peter hat schon so einige Abenteuer erlebt.

Bei der Gelegenheit habe ich dem Dekan Hornman auch gleich einen Besuch abgestattet. Den Bericht könnt ihr nächste Woche lesen. Ich bleibe dran.

– Aufregung im Witfield College – 

Das College ist eine Ansammlung altertümlicher Gebäude, die von einem schönen großen Park umgeben sind.
Ich muss unbedingt noch mehr über diese einzigartige Architektur herausfinden. Das bedeutet, ich werde wieder einmal einen ganzen Tag in der alten Londoner Bibliothek zubringen, denn ein Architekt bin ich nun mal nicht.
Heute habe ich ein Gespräch mit dem Dekan Oliver Hornman. Er wird mir hoffentlich nicht stundenlang Vorträge über die Geschichte dieser alten Schule halten. Mich interessiert das Leben der vielen, aus allen Teilen der Welt kommenden, Schüler viel mehr.
Ich fahre langsam auf das große Zentralgebäude zu. Dort findet auch in jedem Jahr die Aufnahmezeremonie für die neuen Schüler statt.
Vor dem Gebäude harkt ein Mann das bereits fallende Laub des bevorstehenden Herbstes fort.
Nachdem ich meinen alten VW Käfer geparkt habe, angele ich vom Rücksitz meine Aktentasche und steige aus dem Auto.
Die große reich verzierte Eichentür am Eingang fliegt plötzlich auf und wie eine riesige rauschende Meereswelle strömen Schüler schreiend heraus.
Der Mann vor dem Eingang wird mitsamt seinem Besen einfach umgerissen und kugelt ungebremst über den Rasenplatz.
Dazwischen sehe ich einen großen orange getigerten Kater mit aufgestelltem Fell und weit aufgerissenen Augen flitzen.
Ich drängele mich durch die immer noch herausströmenden und schreienden Schüler zum Eingang.
Plötzlich sehe ich mich dem riesigen Kopf eines Pferdes gegenüber.
Ein Pferd, ein richtiges großes Pferd in der Schule?
Lernt es hier oder träume ich?
Einen kurzen Moment sieht es mich mit schief gelegtem Kopf abschätzend an.
Die Fenster der ersten Etage werden aufgerissen und ein Mann in Uniform lehnt sich hinaus und schreit.
„Hier geblieben, halten sie Brecket fest, machen sie schon, still gestanden Brecket!“
Eine unscheinbare Frau erscheint neben ihm am Fenster. Ich sehe, dass sie sich auf die Zehenspitzen stellen muss um etwas zu erkennen.
Dann ruft sie mit einer piepsigen Stimme: „Er hat meine Akten gefressen. Er soll sie sofort zurückgeben. Captain Reynolds tun sie doch was. Es ist doch schließlich ihr Pferd!“
Also Brecket, so heisst das Tier wohl, Brecket ist nicht damit einverstanden. Er schnuppert kurz an meiner Jacke, ich ziehe den Apfel hervor, den ich bei mir habe und ohne Vorwarnung schnappt Brecket danach, kaut genüsslich, trottet an mir vorbei und gallopiert der schreienden Schülerschar hinterher.
„Oh, jetzt hat er ihn gefüttert, das ist nicht wahr.“ Höre ich von oben.
Eine andere weibliche Stimme schimpft genervt: „Wer soll nun einen neuen Rührkuchen für den Dekan backen? Wollen sie das tun Captain oder spuckt ihr Riesenbaby Brecket ihn wieder aus, wenn sie schön bitten? Ich kann so in meiner Küche nicht arbeiten!“
Aus der Tür kommt nun eine kleine Gruppe Schüler.
Sie gehen ganz ruhig.
Ich sehe Peter Scott.
Er winkt mir grinsend zu und ich kann mir denken, wie das Pferd in die Schule kam.
Als Dekan Hornman am Fenster erscheint, verdrücken sie sich schnellstens.
Na, das wird ja ein interessantes Interview heute mit dem Schulleiter Hornman.
Ich freue mich schon auf seine Erklärungen.

– Euer Benedikt –