Sir Walter Scott Denkmal

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Sir Walter Scott Denkmal

Unser Reporter Benedikt ist in dieser Woche wieder einmal in Schottland und besucht Sam Scott. Auf seinem Weg in den Holyrood Park kommt er an dem Denkmal für Sir Walter Scott vorbei und macht sich so seine Gedanken über die Entstehungsgeschichte. Mit einem Augenzwinkern erzählt er uns seine Version.

Es war einmal ein Riese, dem war furchtbar langweilig. Seine Frau war ausgegangen, es gab keinen frischen Kuchen im Schrank und sein Freund der Troll war auch nicht gekommen.
Er trat vor sein Haus und sah in die Runde. Weit entfernt in der großen Stadt sprang ihm ein Turm in die Augen. Mit wenigen Riesenschritten stand er vor einer alten ehrwürdigen Kirche.
Er griff nach der Spitze, rüttelte hin und rüttelte her und hatte den Turm in der Hand. Der kleine Pfarrer kam herbei gelaufen, aber was sollte er schon gegen den Riesen tun.
Der Riese lief davon und freute sich über sein Spielzeug.
Dann kamen ihm Zweifel. Was würde seine Frau sagen? Sie wäre sauer, wie schon so oft.
Und es würde auch in der nächsten Zeit keine Kuchen mehr geben. Der Riese leckte genüsslich mit der Zunge über seine Lippen bei dem Gedanken an die Kuchen seiner Frau.
Er sah sich um.
Mittlerweile stand er in der Princes Street in Edinburgh.
Neben ihm leuchtete das Grün des Princes Gardens. Kurz entschlossen setzte er den Turm dort ab und ging Hände reibend und zufrieden nach Hause.
Genau so muss es wohl gewesen sein.
60 Meter erhebt sich das Denkmal für Sir Walter Scott in den Himmel, über und über mit kleinen gotischen Türmchen und Fenstern mit spitzen Bögen verziert, so als hätte ein Riese einen Kirchturm dort hin gesetzt.

Wer ist Sir Walter Scott

Sir Walter Scott Portrait

Sir Walter Scott Portrait von Sir William Allan

Sir Walter Scott war ein Bestsellerautor zu seiner Zeit. Er lebte von 1771 – 1832.
Abenteuergeschichten wie „Ivanhoe“, „Rob Roy“ oder „Waverley“ gehörten zu seinen großen Erfolgsromanen. Er berichtete von edlen Rittern, die um die Gunst ihrer angebeteten Dame kämpften oder erzählte die tränenreiche Geschichte um den schottischen Nationalhelden Rob Roy. Am Denkmal findet man 64 Figuren aus seinen Romanen und der schottischen Geschichte.
Im Mittelpunkt unter dem hoch aufragenden Turm steht zwischen vier Säulen die weiße Marmorstatue des Dichters. Er hat sich zum Schreiben hingesetzt, die Gänsefeder in der Hand und seinen treuen Hund Maida an seiner Seite.
Sein Blick geht sinnend in die Weite und scheint schon wieder an das nächste Abenteuer zu denken, dass es aufzuschreiben wert wäre.